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Bühne: Reise auf die kulturelle Insel unserer Stadt
von Claudia Frenzel

Ab 1. Juni ist Potsdam wieder eine Woche im Theaterfiber. UNIDRAM wächst stetig, auch wenn der Kampf um die Finanzierung jedes Jahr aufs Neue gefochten werden muss. Eigentlich gehört ein Festival, das nächstes Jahr seinen 10. Geburtstag feiert und mit internationaler Beachtung bedacht wird, so fest zu Potsdam, wie die Schlösser und Gärten, könnte man meinen. Doch während Unidram einmal im Jahr für Theaterinteressierte die wohl wichtigste kulturelle Insel dieser Stadt ist, wird es von anderen immer noch behandelt, als sei es irgendein Theaterfestival. So steht man auch in diesem Jahr, wenige Momente vor dem Beginn wieder vor der Frage der Ausfinanzierung und hat einen Marathon von Antragsmeilen hinter sich gebracht. Doch die Veranstalter haben wohl im Laufe der Jahre gelernt, mit dieser Situation zu leben. Oder doch nicht? "Ich bin es langsam etwas leid, dass wir vier Wochen vor einem solch wichtigen und großen Festival finanziell immer noch nicht auf der sicheren Seite sind", erklärte Franka Schwuchow vom Organisationsteam vor der Presse. Ein Zustand, den die Veranstalter seit Jahren kennen.
Trotzdem war man auch in diesem Jahr bemüht, die besten Produktionen im Off-Theater-Bereich nach Potsdam zu holen. Inzwischen sei es laut Veranstalter sogar so, dass sich die renommiertesten Gruppen Osteuropas selbst bei den Organisatoren melden. So war es nicht leicht, aus 150 Bewerbern 19 Inszenierungen für dieses Jahr auszuwählen. Schwerpunkt, so man davon sprechen kann, ist in diesem Jahr die Auseinandersetzung mit dem Körper in allen seinen Nuancen.
Kontraste und Vielfalt ist man bei Unidram gewohnt und auch die Stadt soll in diesem Jahr wieder zur Spielstätte werden. So wird vor dem Nauener Tor ein Theatercontainer stehen, in dem der Zuschauer auch ganz nebenbei zum Darsteller wird. Die Bahnhofspassagen werden ebenso zur Kulisse für eine Tanz-Musik-Performance wie die Lindenstraße zur Kulisse einer polnischen Hochzeit. Als heimliches Highlight in diesem Jahr kündigt sich bereits das Stück "Tricks & Tracks" der mit zahlreichen Preisen bedachten ungarischen Gruppe Comagnie Pal Frenak an. Aber auch musikalische Highlights sind bei Unidram garantiert. Die futuristische ungarische "Hochzeitskapelle" Besh o droM mischt funkige Balkansounds mit rasend schnellen Bläsern und Clubsounds. In Budapest sind sie ein absoluter Szenetipp und hierzulande ein Muss. Neu in diesem Jahr ist die Vor-Eröffnungsparty im al globe in Form einer langen Nacht mit Performance, Konzert und Party. Neu ist auch die Verbindung von Unidram und dem Straßenfest der Initiative für Begegnung in der Lindenstraße. Nicht neu ist die Tatsache, dass uns dieses einzigartige Festival, das nächstes Jahr hoffentlich nicht um die Ausrichtung seines 10. Geburtstages bangen muss, für eine Woche abtauchen lässt in eine andere Welt.
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"events", 06/2002
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