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Weißes Theater und eine böse Puppengroteske
Stücke aus Slowenien und Tschechien bei Unidram

Das Schauspiel ”Osum” der slowenischen Theatertruppe Umetniko drustvo Osum aus Ljubljana hat heute beim Off-Theaterfestival Unidram Deutschland-Premiere. Osum sind keine feste Gruppe. Die Akteure haben sich eigens für dieses Projekt zusammen gefunden. In ihrem Stück dominiert das Weiß als ”Farbe” der Nostalgie: zwei Frauen in weißen Kleidern und ein Mann in Schwarz schauen weit zurück und entdecken idyllische, aber auch grausame Momente ihrer gemeinsamen Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reichen: Liebe, Einsamkeit, Ängste, Verdächtigungen. ”Osum” ist eine Mischung aus Familiensaga und Kriminalgeschichte. Alle Figuren sprechen über einen Mord und alle lügen. Von Schuld und Unschuld wird ebenso erzählt wie von der Flüchtigkeit und der Wiederholbarkeit der Dinge. Im Anschluss daran spielt das tschechische Figurentheater Divadlo Lisen ein ”Requiem für ein Haus” – eine bitter-böse Handpuppengroteske über das Leben und Sterben in der Konsumgesellschaft. Das Haus ist ein kleiner Horrorladen mit bizarren Bewohnern, rätselhaften Gegenständen zwischen genialen Erfindungen und totalem Unsinn. Ob schwebende Engel, Prostituierte, die beim Telefonsex Weihnachtsrabatte aushandeln, tanzdressierte Ratten oder protzige Pseudo-Cadillacs aus Böhmen - in Thrillermanier und mit volkstümlicher Laszivität wird hier von der Rebellion der Dinge und den Leidenschaften erzählt, an denen die Menschen nicht selten zugrunde gehen.
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„PNN“, 16.06.2004
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