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Tanz, Theater und Performance
Unidram bietet wieder Kontraste
von Jörg Giese

Unidram ist das Festival der Verwandlung. Immer wieder feilen die Organisatoren an der Struktur der Veranstaltungsreihe. Als die Spielstätten "Lindenpark" und "Waldschloss" in Potsdam aus allen Nähten platzten, zog Unidram 2004 ins T-Werk an der Schiffbauergasse. Zugleich wurde die Anzahl der eingeladenen Theater-Inszenierungen reduziert, um das Festival zu straffen. Im Jahr darauf wanderte Unidram vom Sommer in den Herbst. 2006 kam eine weitere Neuerung hinzu, die lange Nacht der Experimente.

Dieses Mal bleibt ausnahmsweise alles beim Alten, zumindest organisatorisch. Bei der Auswahl der internationalen Theatergruppen orientiert sich auch die 14. Unidram-Ausgabe an der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Darstellungsformen, die das textbasierte Sprechtheater herausfordern.

So wie die finnische Produktion "Keskusteluja – Why don’t you call me...", mit der Unidram am Donnerstag eröffnet wird. Ville Walo und Kalle Hakkarainen verbinden alte Circustechniken und modernste Videokunst, um aus alltäglichen Situationen surreale Traumbilder zu schaffen.

Neben zahlreichen Gruppen, die zum ersten Mal in Potsdam auftreten, präsentiert Unidram auch neue Produktionen alter Bekannter. Die weißrussische New Stage Company begeisterte bereits 2004 und 2005 mit ihrem Materialtheater. Dieses Mal nutzen sie sprechende Lampen, singende Röhren und weinende Transistoren, um vom "Wunder des heiligen Antonius" zu erzählen.

Das vielfältige Programm bietet auch drei eigenwillige Adaptionen dramatischer Vorlagen. Das Figurentheater Wilde & Vogel zeigt "King Lear", AKHE aus Russland beschwören in einem Zauberkiosk den Magier "Faust" herauf und die Hamburgerin Chang Nai Wen verlegt Sarah Kanes "4.48 Psychose" auf ein Brett, das an Seilwinden unter der Decke der Schinkelhalle baumeln wird.

Es ist wie immer die von keinem Motto eingeschränkte Vielfalt, die Unidram so besonders macht. Auch wenn die Organisatoren das Festival dieses Mal nicht neu erfunden haben, bleibt inhaltlich mal wieder alles anders.

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„MAZ“, 24.10.2007
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