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Theaterfestival "Unidram" beginnt in Potsdam
Potsdam (ddp/GMD)
Kreative aus ganz Europa sind von Donnerstag an zu Gast in Potsdam. Beim 14. Internationalen Theaterfestival "Unidram" präsentieren Gruppen aus allen Teilen des Kontinents bis zum bis 3. November Tanz-, Schauspiel- und Figurentheater. Die Künstler kommen unter anderem aus Finnland, Russland, Belgien, Italien und Israel. Insgesamt werden rund 100 Theaterschaffende erwartet.
An den zehn Festivaltagen werden in der Schiffsbauergasse sechs Deutschland-Premieren zu sehen sein. Die Veranstaltung will mit jungen, innovativen Aufführungen Grenzen überschreiten und eine Plattform für eigenständige Projekte bieten.
Eröffnet wird das Festival mit dem Illusionstheater der Finnen Ville Walo und Kalle Hakkarainen. In ihrem Stück "Keskusteluja - "Why don't you call me..." verbinden sie digitale Medientechniken mit circensischen Elementen.
Am Anfang stand 1994 die Idee, über studentische Theatergruppen eine Vernetzung mit Osteuropa zu befördern. „Wir fanden es spannend, ob und wie sich die gesellschaftlichen Umbrüche auf der Bühne zeigen“, sagt der künstlerische Leiter des Festivals, Jens-Uwe Sprengel. Diese Neugier auf Neues ist bis heute ungebrochen, ebenso wie der Glaube daran, dass es vor allem die kleinen, unabhängigen Bühnen sind, die Bilder jenseits eingefahrener Sehgewohnheiten finden können: Eingeladen werden nur Produktionen freier Theater.
200 Bewerbungs-Videos hat das vierköpfige Team um Sprengel im Vorfeld gesichtet, 16 Gruppen sind ab Donnerstag vor Ort. Die Auswahl ist subjektiv: „Wir zeigen, was uns auch selbst gefällt“, sagt Sprengel. Der Erfolg gibt ihnen recht, die Zuschauerzahlen steigen stetig und in der Off-Szene ist das Festival längst international bekannt. „Wir sind selbst Theaterleute“, sagt Sprengel, „und wir haben inzwischen so viel Erfahrung, dass man auch im Video sieht, was auf der Bühne funktionieren könnte.“
Wichtig sei ihnen von Anfang an gewesen, „dass die Gruppen nicht kommen, spielen und abreisen, sondern dass hier ein Austausch stattfindet.“ Man versuche eine Mischung zwischen bekannteren und ganz jungen Gruppen zu finden, zwischen osteuropäischen und deutschsprachigen Produktionen und zwischen unterschiedlichen Theaterformen.
Austausch findet auch im Anschluss an jede Vorstellung im Publikumsgespräch statt und in der Arbeit mit Schülern und Studenten, die trotz Festivalstress nicht nur der hauseigene Theaterpädagoge, sondern das gesamte Team betreut.
Die Experimente mit Klang, Material, Puppen und Videokunst werden seit 2006 im neueröffneten T-Werk gezeigt. Damit sitzt das Festival direkt neben dem etablierten Hans Otto Theater in der Schiffbauergasse.
Manche Gruppen, wie etwa „Akhe“ aus St. Petersburg, haben bei „unidram“ ihren Anfang genommen. „Die könnten wir regulär nicht mehr bezahlen“, sagt Sprengel, „aber da merkt man, dass wir uns ein ganz gutes Netzwerk aufgebaut haben.“ Die Finanzierung muss er Jahr für Jahr aus zahlreichen Fördertöpfen neu zusammen stückeln.
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„Märkische Oderzeitung“, 25.10.2007
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