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Beharrlichkeit zahlt sich aus
Als 1994 ein paar Theatervernarrte mit viel Herzblut und hoher Bereitschaft zur Selbstausbeutung das Theaterfestival „Unidram“ gründeten, war Stephan Märki der Intendant des städtischen Hans-Otto-Theaters. Er blieb es bis 1997, Ralf-Günter Krolkiewicz folgte ihm nach, darauf Uwe-Eric Laufenberg. Seit dieser Saison ist Tobias Wellemeyer der neue Chef am Hans-Otto-Theater. „Unidram“ aber wird noch immer von denselben Theaterliebhabern organisiert und veranstaltet wie damals. Das Festival ist innerhalb der Stadt umgezogen und findet inzwischen auf dem Kulturareal Schiffbauergasse also gleich neben dem Hans-Otto-Theater statt, es hat seine einstige Konzentration auf das osteuropäische Theater zugunsten einer gesamteuropäischen Perspektive aufgegeben, und es ist über die Jahre zu einem der wichtigsten Festivals für das Freie Theater Deutschlands geworden. Beharrlichkeit zahlt sich aus, 16 Jahre Arbeit tragen Früchte.
Von Anfang an wollte „Unidram“ dabei eine Plattform für innovatives, ungewöhnliches, überraschendes Theater sein. Von Anfang an auch verstand es sich nicht als bloßes Gastspielfestival. „Unidram“ will den Dialog ermöglichen, fördern, intensivieren, den Austausch zwischen den Theatern und mit dem Publikum. Das hat „Unidram“ immer ausgezeichnet und wird es auch in diesem Jahr wieder prägen.
18 Theater aus zehn Ländern sind eingeladen, einige davon zeigen ihre Inszenierungen erstmals in Deutschland, „Wanted Hamlet“ der belgischen Gruppe Agora um den Regisseur Marcel Cremer zum Beispiel, oder „Survival or How to Survive Murphy's Law“ der niederländischen Objekt-Theatergruppe TAMTAM. Bewährt hat sich die „Lange Nacht der Experimente“ (am 7.11.), sie ist ebenfalls wieder im Programm; neu ist die „Lange Nacht des Figurentheaters“ (3.11.). In beiden Großveranstaltungen mit mehreren Inszenierungen hintereinander ist die Grundidee von „Unidram“ auch am besten für den Zuschauer zu erfahren: „Unidram“ ist eine Plattform für verschiedene Ästhetiken, Spiel- und Darstellungsweisen, die sich einander kommentieren und hinterfragen. Das Festival hat kein Motto, und die eingeladenen Arbeiten lassen sich auf keinen inhaltlichen Nenner zwingen. Nur auf diesen: Hier glaubt man fest an die welt- und sinnenumstürzende Kraft des Theaters.
von Dirk Pilz
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„zitty“, 29.10.2009
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